Ein Essay: Kirchen

9. März 2010

Kirchen

von Patrick Aigner

Er sah wohl auf dem Weg zur Schule, die Sonne auf den Häuserwänden. So muß es gewesen sein. Er roch wohl in der kühlen Morgenbrise, einer Vergiftung gleich, diese andere Luft. Diese Luft, von der sich keiner mehr ganz erholt. Diese Luft, in der das blüht, was nicht blühen darf. Es wird sich nicht auswachsen. Wir müssen ihn töten. Wenn wir ihn auch heute nicht töten dürfen, müssen wir ihn verhindern. Die Worte seines Mundes sollen niemals fallen auf guten Boden. Wir werden ihn benennen. So lange er nicht weiß, dass er ein solcher ist, werden wir ihm 2000 Jahre Geschichte auf den Rücken binden, und wir werden ihm zeigen, was es es heißt, ein Mensch zu sein. Wir werden die, die seiner Art waren, loben und ehren. Die, die wir, würden sie heute leben, nicht leben lassen dürften. Und wir werden ihm sagen, ein solcher bist du aber nicht. Sie waren aus einem anderen Stoff als du. Wir werden ihm zeigen, wessen Kind er ist und wir werden ihm, während wir ihn streicheln, nahelegen, die Kirchen in den Dörfern verbleiben zu lassen. Freundschaftlich, väterlich. Wir wissen, wir können dieses Spiel nicht gewinnen, aber für Jahrzehnte können wir ihn binden. Er wird uns in dieser Zeit nicht schaden. Wir verstricken ihn in unsere Gesetze und Gebote und lassen ihn an seinem Menschsein verzweifeln. In gewissem Sinne, macht es uns diese Art, sehr leicht. Und doch wird es nicht halten. Das Morgenlicht auf Häuserwänden ist keiner Kirche dienlich.

Dieses Essay über die christlichen Kirchen wurde uns von Patrick Aigner zugeschickt. Lasst die Worte einmal auf euch wirken, die Interpretation überlasse ich euch.

Stefan Aktuell, Kultur , ,

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Du bist Radio

7. März 2010


Jelli - Du bist Radio

Kaum habe ich bei Caschy über das 100% User-Controlled Radio gelesen, musste ich es doch gleich ausprobieren. Worum geht es? Ihr wollt Radio hören und Einfluss auf die gespielten Lieder haben? OK, dann nix wie hin zum Internetdienst Jelli, kostenlos anmelden und den nächsten Song bestimmen – naja, zumindest mitbestimmen.

Wie geht’s genau? Wählt aus einer Liste, das Lied, das als nächstes gespielt werden soll. Gefällt Euch ein gespieltes Lied – ganz klar >>> ROCKS <<<, gefällt es Euch nicht >>> SUCKS <<<. Mehr Infos lest Ihr am besten bei Caschy >>> hier <<< nach.

Ach ja, als Streamer verwende ich FStream, der kann “rein zufällig” auch noch mitschneiden, Ihr könnt aber auch iTunes, WinAmp oder den Stream-Player eurer Wahl nutzen.

Viel Spaß!

Stefan Netzwelt , ,

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Ich will Frühling!

6. März 2010

Eiskaffe in Coburg, Foto: S.Peter

Vorgestern noch ein Eis in der Waffel (die neue Sorte Milchschnitte ist echt gut!) von der Cortina in der Sonne genossen, heute morgen fast den Augen nicht getraut: Überall Schnee, wohin das Auge auch reicht. Auch die Strassencafes, die vor ein paar Tagen noch bevölkert waren, sind vom Schnee besetzt – das gibt dem Begriff Eiskaffee eine völlig neue Bedeutung!

Aber mal ehrlich, auch wenn Anfang März Schneefall keine Seltenheit ist:

MIR REICHTS – ICH WILL ENDLICH FRÜHLING!

Wie geht’s denn so den Coburgerinnen und Coburgern?

Stefan Aktuell , , ,

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Dr. Hans Berger

5. März 2010

Zweimal sollte ihm der Nobelpreis für Medizin verliehen werden. 1936 scheiterte es, weil die politischen Verhältnisse dagegen sprachen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zu spät. Professor Dr. Hans Berger starb am 1. Juni 1941 in Jena, nachdem er sich in einem Anfall von Schwermut das Leben nahm. Das Lebenswerk des in Coburg aufgewachsenen Psychiaters, Neurologen und Hirnforschers wurde erst nach seinem Tod in Fachkreisen anerkannt.
Dr. Hans Berger, der seit 1897 an der psychiatrischen Klink der Universität Jena arbeitete, entdeckte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts die bioelektrischen Hirnströme und entwickelte ein Gerät, um diese Energie messen zu können. Er selbst nannte seine Erfindung „Elektrencephalogramm“. Heute ist dieses Gerät unter der Abkürzung „EEG“ bekannt.

Wohnhaus Bergers im Steinweg (Foto: Christian Boseckert, 2008)

Geboren wurde Hans Berger am 21. Mai 1873 im Wohnhaus seines Großvaters, des Dichters und Orientalisten Friedrich Rückert in Neuses bei Coburg. Sein Vater, Dr. Paul Friedrich Berger war Direktor des Coburger Landkrankenhauses, welches ich zu jener Zeit im ehemaligen Landratsamt in der Allee befand. Wohl aus diesem Grund lebte die Familie Berger auch seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts im nahe gelegenen Hause Steinweg Nr. 32. Nach dem Abitur, das Berger im Jahre 1892 am Gymnasium Casimirianum ablegte, verließ er Coburg, um in Berlin, Kiel und Jena zu studieren.
Zunächst wendete er sich der junge Mann der Astronomie und der Mathematik zu, wechselte aber bald zur Medizin über. 1897 begann Hans Berger als Assistent an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Jena. Sein zuständiger Oberarzt zu jener Zeit war der bekannte Nervenarzt und Philosoph Theodor Ziehen. 1901 habilitierte er sich mit einer Arbeit „Zur Lehre von der Blutzirkulation in der Schädelhöhle des Menschen, namentlich unter dem Einfluß von Medikamenten.“ Danach blieb Berger an dem Krankenhaus in Jena. Er rückte im Jahre 1912 zum Oberarzt und 1919 zum Direktor der Psychiatrischen Klinik und ordentlichen Professor auf. 1927/28 bekleidete er das Amt des Rektors der Jenaer Universität. Seine Rektoratsrede über die Lokalisation im Großhirn stellte eine Art wissenschaftliches Glaubensbekenntnis dar. Das Hauptaugenmerk des Mediziners galt allerdings der neurologischen Forschung.
Bereits 1902 begann er mit Experimenten an der Hirnrinde von Hunden und Katzen. Dabei suchte er immer nach Wegen, die Beziehung zwischen Körper und Seele durch physikalischen Methoden zu objektivieren. 1924 gelang es Berger nach zahlreichen Vorversuchen bei einem jungen Mann, dem ein Teil der Schädeldecke entfernt worden war, ständige elektrische Potentialschwankungen zu messen. Die Weiterentwicklung der Berger’schen Apparatur, die er selbst „Elektrencephalogramm“ nannte, erlaubte es bald, nicht nur an Schädellücken die Energiefelder des Gehirns aufzuspüren. 1927 war das Gerät in der Lage, am unversehrten Schädel und sogar an der Kopfhaut Aufzeichnungen der Hirnströme vorzunehmen.

Nach seinem Erfolg experimentierte Berger unermüdlich weiter, hatte Zweifel, begann wieder von neuem. Erst im Jahre 1929 publizierte er seine Entdeckung. Seine Arbeit trug den Titel „Über das Elektrenkephalogramm des Menschen“. Seine bahnbrechende Entdeckung fand viele Jahre keine Anwendung. Erst im Jahre 1934 stieß der englische Neurophysiologe Edgar Douglas Adrian auf die Arbeiten Bergers und erkannte die Tragweite der Entdeckung. Er gab dem Alpha-Grundrhythmus der hirnelektrischer Tätigkeit den Namen Berger-Rhythmus.

Gedenktafel auf der Rückseite des Wohnhauses Richtung ASCO (Foto: Christian Boseckert)

Heute ist das EEG eine unentbehrliche Hilfe bei der Diagnose von Anfallserkrankungen und zur Lokalisierung von Tumoren. Im Jahre 1938 wurde Hans Berger emeritiert. Nach Ausbruch des 2.Weltkrieges übertrug man ihm 1939 nochmals die Klinik in kommissarischer Leitung. Drei Jahre später starb er im Alter von 68 Jahren in Jena. Ihm zu Ehren enthüllte man während des 11. Deutschen Ärztetages im Jahre 1958 an seinem ehemaligen Coburger Wohnhaus im Steinweg Nr. 32 eine Gedenktafel. Bei der feierlichen Weihe war auch Hans Bergers Witwe anwesend. Sieben Jahre später benannte die Stadt Coburg eine Straße am Ketschendorfer Hang nach dem bedeutenden Mediziner. So ist der Name Dr. Hans Berger in der Vestestadt bis heute unvergessen geblieben.

Text:
Christian Boseckert

Bildquellen:
Bild 1: Dr. Hans Berger (Sammlung HG Coburg)
Bild 2: Wohnhaus Bergers im Steinweg (Foto: Christian Boseckert, 2008)
Bild 3: Gedenktafel auf der Rückseite des Wohnhauses Richtung ASCO (Foto: Christian Boseckert)

Stefan Damals, Persönlichkeiten , , , , ,

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Baubude und Baustellenblog

4. März 2010

Baubude - Foto: S.Peter

Eigentlich wollte ich mir ja die Baubude von innen ansehen. Leider waren mir die Öffnungszeiten entfallen und so stand ich vor verschlossenen Türen. Ein Blick durchs Fenster brachte auch nicht die Erleuchtung.

Aber es kann trozdem nachträglich Abhilfe geschaffen werden, und zwar in Form des >>>Baustellenblogs, welches vom Stadtmarketing eingerichtet wurde. Einen Bericht mit Fotos über die Baubude gibt es >>> hier <<< und sogar bewegte Bilder von iTV-Coburg sind >>> hier <<< zu finden. Viel Spaß beim Durchsehen. Viel besser hätte ich es auch nicht machen können. ;)

Das Baustellenblog soll zudem als Informations- und Diskussionplattform für alles rund um das Bauvorhaben Ketschenvorstadt dienen. Na dann mal ran an die Tasten…

Stefan Aktuell, Stadtgespräch , , , ,

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