Franken SOKO und der Nikolaus

Polizeiabsperrband! – „Imma am Band bleihm und dem Band folchn!“ – Über den Hof, in den Keller, vorbei an den Arrestzellen – „Da liechd doch ähna!“ – Endlich wieder Stufen nach oben – Angekommen – im Konferenzraum der Polizeiinspektion Coburg! Musik von den Stones…

Volker Backert liest „Das Haus com Nikolaus“, Foto: © S.Peter 2010

In dieser Kulisse stellte Volker Backert sein Krimi-Debüt „Das Haus vom Nikolaus“ vor - ein authentischer, gut recherchierter Franken-Krimi, härter, schneller, schwärzer! Krimiherz, was willst du mehr?! Und Volker Backert liest, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte, zieht das zahlreiche Publikum in seinen Bann.

Der taffe Coburger Kommissar Charly Herrmann wird bei seinem ersten großen Fall richtig gefordert: der Serienkiller „Nik the Ripper“ legt eine Blutspur quer durch Franken. Dabei führt Volker Backert seine Leser teils mit drastischen Gewaltszenen an die menschlichen Abgründe und bietet jeden Menge Hochspannung („Jetzt lese ich zwei Gewaltszenen, wegen dieser ich das Buch zu Hause vor meinen Kindern wegschliesse!“)

Buchsignierung mit dem „Haus vom Nikolaus“, Foto: © S.Peter, 2010

Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und neben Volker Backert sorgten „Gastgeber“ Polizei-Pressesprecher Markus Reißenberger und Veranstalterin Irmard Clausen von der Buchhandlung Riemann für entsprechende Unterhaltung.

Für das Buch gibt es eine ganz klare Kauf- und Lese-Empfehlung. „Das Haus vom Nikolaus“ von Volker Backert ist im emons-Verlag erschienen und im lokalen Buchhandel oder auch im Internetz erhältlich.
Und für alle, die das Buch bereits gelesen haben – ein zweiter Krimi ist lt. Volker Backert bereits in Arbeit – wieder mit Kommissar Charly Herrmann.

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Coburgs Bankhäuser – Teil 1

Ehemaliges Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 34 (Foto © S.Peter, 2010)

Mohrenstraße 34
1895 errichtete der Architekt Johannes Köhler an der neu angelegten Mohrenstraße ein Wohn- und Geschäftshaus im historistischen Stil als Spekulationsobjekt. Im Jahre 1910 wurde das Gebäude von der Bank für Thüringen AG mit Hauptsitz in Meiningen erworben. Die Bank für Thüringen war das bedeutendste regionale Bankhaus im thüringischen Raum und bezog hauptsächlich ihr Geschäftsfeld auf die Kreditvergabe an Industrieunternehmen, insbesondere in der Porzellan-, Elektro- und Textilindustrie. 1926 wurde die Bank für Thüringen von der heutigen Deutschen Bank übernommen. Ab 1927 war sie auch als Hauseigentümer der Mohrenstraße Nr. 34 erwähnt und führte die Filiale weiter. Nachdem jedoch das Kaufhaus Brandt in der Spitalgasse 1982 Konkurs anmelden musste, zog im Jahr darauf die Deutsche Bank in die freigewordenen Räume des ehemaligen Kaufhauses, wo sie heute noch ansässig ist. Im alten Bankgebäude in der Mohrenstraße hat seitdem ein deutschlandweit bekanntes Optikerunternehmen seine Coburger Niederlassung.

Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 38 (Foto: Christian Boseckert, 2010)

Mohrenstraße 38
Im Jahre 1910 erbaute der Architekt Hans Münscher dieses Wohn- und Geschäftshaus anstelle der bekannten Gaststätte „Grübelei“. Das Gebäude diente anfangs als Hotel und Lichtspieltheater, konnte sich jedoch nicht lange halten. Bereits 1921 erwarb daher die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, kurz Hypo-Bank, das Anwesen und richtete nach umfangen Umbauarbeiten dort eine Filiale ein. Die Bank mit Hauptsitz in München wurde 1835 auf Initiative König Ludwigs I von Bayern gegründet. Sie entwickelte sich rasch zur größten Hypothekenbank Deutschlands und expandierte ab den 1960er Jahren auch ins Ausland. 1998 fusionierte die Hypobank mit der Bayerischen Vereinsbank zur HypoVereinsbank. Die Coburger Filiale wurde in Folge der Fusionierung aufgegeben, das Bankgebäude selbst in den Jahren 2003/04 gründlich saniert und umgebaut. Seither befindet sich in den Räumen eine Filiale der VR-Bank Coburg.

Bankgebäude Steinweg Nr. 5 (Foto © S.Peter, 2010)

Steinweg 5
1861 erwarb die Kreditkasse des Spar- und Hülfevereins Coburg das Anwesen Steinweg Nr. 5 als eigenes Bankhaus. Vorher diente das Gebäude jahrhundertelang als Gasthaus „Zum goldenen Adler“. Die Kasse wurde 1856 von Coburger Kaufleuten, Handwerksmeistern und Selbstständigen als Konkurrenz zur städtischen Sparkasse gegründet. 1911 errichtete im Auftrag des Spar- und Hülfevereins Stadtbaumeister Max Böhme an gleicher Stelle an neues Bankgebäude im Jugendstil. Dieses übernahm im Jahre 1922 die Bayerische Staatsbank aus München, welche eine Filiale dort einrichtete. Dieses Institut entwickelte sich aus der Hofbank der Markgrafen von Ansbach-Bayreuth.

Bankgebäude Steinweg Nr. 5 (Foto © S.Peter, 2010)

Nachdem die beiden Fürstentümer im Wiener Kongress von 1815 an Bayern fielen, übernahm das Königreich auch das Bankhaus und erhob das Institut schließlich zur Königlichen Hofbank. 1971 erfolgte die Umbenennung in Bayerische Vereinsbank. 1927 kaufte die Staatsbank von der Metzgermeisterswitwe Anna Schlick noch das Nachbarhaus Steinweg Nr. 7 dazu. Das dortige Ladengeschäft war lange Zeit vermietet und wurde der Bank erst 1996 zugeschlagen. Seit 1998 beherbergt das Bankgebäude den Sitz der Bayerischen Hypovereinsbank in Coburg.

Ehemaliges Bankgebäude Steinweg Nr. 13 (Foto: Christian Boseckert, 2010)

Steinweg 13
Auch das ehemalige Modehaus Steinmann im Steinweg beherbergte in früheren Zeiten ein Bankinstitut. 1870 eröffnete in diesem Gebäude der Bankier Eduard Hülbig ein eigenes Bankhaus, das wohl schon vorher existierte. Elf Jahre später erfolgte der Zusammenschluss mit dem Bankier Adolf Haessler zum Bankhaus Haessler & Hülbig. In der Folgezeit, aber auch schon zuvor, hatte sich besonders Eduard Hülbig um das Gemeinwesen verdient gemacht. Er erhielt dafür als einer der ersten Coburger das Ehrenbürgerrecht der Stadt. Als er 1889 starb übernahm dessen Sohn Otto die Leitung der Privatbank. Ihm folgte schließlich 1927 dessen Sohn Eduard jun. Dieser gab in einer Selbstanzeige vom Oktober 1929 zu, dass er mindestens 100.000 Reichsmark unterschlagen habe. Daraufhin wurde Hülbig verhaftet und das Bankhaus brach zusammen. Das Bankgebäude wurde schließlich nach 1931 versteigert. In den folgenden Jahren erfuhr das Haus dann eine Umgestaltung zum Modehaus. Ein Bankgeschäft hat sich seither nicht mehr dort niedergelassen.

Text:
Christian Boseckert

Bildquellen:
Bild 1: Ehemaliges Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 34 (Foto © S.Peter, 2010)
Bild 2: Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 38 (Foto: Christian Boseckert, 2010)
Bild 3 + 4: Bankgebäude Steinweg Nr. 5 (Foto © S.Peter, 2010)
Bild 5: Ehemaliges Bankgebäude Steinweg Nr. 13 (Foto: Christian Boseckert, 2010)

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GPG für alle

Rechtssicherer und vertraulicher Austausch elektronischer Daten und Dokumente über das Internetz – das wollen die beiden neuen Dienste De-Mail und der E-Postbrief bereitstellen. Beide bieten ihren Dienst über geschlossene Benutzergruppen mit ähnlichen Sicherheitsmerkmalen an .

Vertraulich, wenn auch nicht rechtssicher, kann E-Mail schon lange versendet werden. Dazu wird die Verschlüsselungstechnik PGP (PrettyGoodPrivacy) bzw. die freie Variante GPG (GnuPrivacy Guard) in das E-Mail Programm der Wahl eingebunden und dann werden E-Mails eben nicht mehr wie Postkarten für alle lesbar, sondern in einem verschlossenen Umschlag (verschlüsselt) auf die Reise geschickt.
Die beiden Blogger stef von Station 9.111 und key vom keyblog haben die Aktion PGP/GPG unter das Blockvolk gestartet und wollen damit PGP/GPG weiter verbreiten.
Das ist eine gute Idee, die ich auf jedem Fall unterstütze.

Wer also etwas mehr Sicherheit und Privatsphäre in seinem E-Mail Verkehr haben möchte, kann bei den beiden mehr Infos bekommen, auch auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik wird die Notwendigkeit erläutert.

Und wie binde ich PGP / GPG jetzt ein?
Für Windows gibt es >>> hier die entsprechende Software und auch die Anleitung, für den Mac-Fanboy gibt es eine sehr aktuelle Anleitung bei macnotes.de (>>> klick).

Also, macht mit!

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Das war “Kronach leuchtet 2010″

Die Obere Stadt, erhellt von Illuminations-Künstlern, das war “Kronach leuchtet 2010″. Vielen Dank an Meiky von >>>Meikys Podcast, der dieses beeindruckende Video bei Youtube (und natürlich auf seiner Site) eingestellt hat.

Achja, Fotos von diesem Event gibt es >>>hier.

Was haben die Leserinnen und Leser beim Gang durch die Obere Stadt erlebt?

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Zettelwirtschaft

Zettelwirtschaft, Foto: © S.Peter 2010

“FF – Fiel Fergnügen” – “C U – See You”…

Diese und andere Texte befinden sich auf verschieden farbigen Zetteln an einem Baum am Spitaltor. Was hat es mit diesen Zetteln auf sich? Hat jemand seinen Schreibtisch aufgeräumt und nach einem Verbleib gesucht? Ist das eine Aktion eines lokalen Radiosenders?

Wer kann helfen?

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Full House

Full House, Foto: © S.Peter 2010

Im Heim der Familie Storch zu Kaltenbrunn heißt es: Zusammenrücken. Dieses Jahr gab es ordentlich Nachwuchs, vier zusätzliche Schnäbel belegen nun das Nest über der Brauerei Schleicher.
Ob die Überbelegung von nun sechs (!) Störchen im Mietvertrag mit der Brauerei abgedeckt ist? Bedeutet das etwa auch: Geburtenexplosion in der Gegend?

Übrigens, auf dem Bild sind nur fünf Störche zu sehen, der Papa war gerade unterwegs. Vielleicht auf der Suche nach einer größeren Wohnung? ;)

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Das Bürglaßschlösschen

Das Bürglaßschlösschen, Foto © S.Peter 2010

Unter der Adresse “Oberer Bürglaß 1″ steht direkt gegenüber dem Coburger Landestheater eines der wohl schönsten Standesämter Deutschlands: das Bürglaßschlösschen. Bereits 1499 wird an der Stelle des heutigen Schlösschen ein Anwesen erwähnt, welches ab 1521 im Besitz der Familie Gottsmann aus Neuhaus zu Thurn war. 90 Jahre lang sollte es im Familienbesitz bleiben, bis das Gottsmannhaus 1611 an Herzog Johann Casimir zurückfiel.
Ab 1648 wechselten die Besitzer, 1648 verweilte Georg Eyermann in dem Anwesen, 1654 gibt Herzog Friedrich Wilhelm das Haus an den Hauptmann Johann Georg von Bachstedt zu Lehen. Das baufällige Haus wurde von Bachstedt in Stand gesetzt, dieser erwarb zusätzlich im Jahre 1658 das Nebenhaus “Oberer Bürglaß 3″, in welchem sich heute das Mehrgenerationenhaus der Stadt Coburg befindet. Nach dem Ableben des von Bachstedt ging das Anwesen 1690 an den Jägermeister und Kammerjunker Wilhelm von Witzleben und 1699 wieder an die von Bachstedt. Die Familie von Bachstedt verkauft das sog. Bachstedtsche Haus 1721 an Nicolaus Dietrich von Henniges auf Rothenhof. Nach nur wenigen Jahren, 1734, erwirbt die Witwe des Herzogs Ernst Ludwig von Meinigen, Elisabeth Sophie von Brandenburg, Herzogin von Sachsen-Meiningen das Bachstedtsche Haus. 1737 wechselt erneut der Besitzer: der Kaufmann Friedrich Matthes Scheler erwirbt das Anwesen. Dieser läßt von 1752 bis 1763 den Erbprinz Ernst Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld das nun Scheler’sche Haus genannte herrschaftliche Anwesen als erstes Mitglied des herzoglichen Hauses bewohnen. 1775 brennt das Anwesen samt der Nebengebäude nieder und wird nur notdürftig repariert.

Das Prinz-Josias-Denkmal hinter dem Bürglaßschlößchen, Foto: © S.Peter 2010

Im Jahre 1794 geht das gesamte Anwesen an Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Josias, der jüngste Sohn des Herzogs Franz Josias, der einen kompletten Neubau 1795 in einer kleinen Gartenanlage veranlasst. Zu dieser Zeit entsteht das Bürglaßschlösschen, wie wir es heute kennen, im klassizistischen Stil als Alterssitz für den Generalfeldmarschall im Ruhestand.
Die Vorderseite des Gebäudes ist geprägt von einem eindrucksvollen Balkon, der auf zierlichen Säulen ruht, den Eingang auf der Rückseite wird von zwei steinernen Löwen bewacht. Im ersten Stock befindet sich der prächtige Empfangssaal des Prinzen – heute das Trauzimmer.
Die einstigen Gartenanlagen können heute nur noch erahnt werden. Es sind nur noch Reste der Neu-Gestaltung von 1904 erhalten geblieben.

Gartenansicht des Gebäudes, Foto © S.Peter 2010

Friedrich Josias wohnte hier bis zu seinem Tod 1815. Anschließend dient es der Mutter Ernst I., der Herzoginwitwe Auguste Caroline Sophie, als Stadtresidenz. Nach ihrem Tod 1831 geht das Gebäude an die katholische Linie des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha über und wird 1842/1843 für den Prinzen August von Coburg-Koháry mit Gattin Clementine von Orleans und Sohn Ferdinand hergerichtet.

Ansicht des Bürglaßschlößchens von 1857 (Foto: Francis Bedford, Sammlung Christian Boseckert)

Ferdinand von Coburg-Kohary wird Zar von Bulgarien und kehrt 1918 nach seiner Abdankung in sein Exil Coburg zurück und bewohnt wieder das Schlösschen und die Zaren-Villa im Hofgarten. In dieser Zeit entstand in der Coburger Bevölkerung der Name “Bulgaren-Schlösschen”. Dieser Begriff blieb bis heute erhalten. Zar Ferdinand I. von Bulgarien stirbt 1948.

Das Bürglaßschlösschen heute, Foto © S.Peter 2010

Seitdem ist die Stadt Coburg Eigentümerin des Gebäudes. Nach Komplettumbau und -sanierung (in den letzten Tagen des 2.Weltkrieges wurde das Gebäude durch eine Artilleriegranate schwer beschädigt) befindet sich seit 1957 das Standesamt in Bürglaßschlösschen und bietet seitdem einen stilvollen Rahmen für Trauungen. Heute zählt das Palais zu den bedeutendsten Beispielen der Architektur des Klassizismus in Coburg.

Bildquellen:
Bild 1, 5: Das Bürglaßschlösschen heute (Foto: S.Peter, 2010)
Bild 2: Das Prinz-Josias-Denkmal hinter dem Bürglaßschlösschen (Foto: S.Peter, 2010)
Bild 3: Gartenansicht des Gebäudes (Foto: S.Peter, 2010)
Bild 4: Ansicht des Bürglaßschlösschens von 1857 (Foto: Francis Bedford, Sammlung Christian Boseckert)

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